Engtanz mit Bosse

im Capitol Mannheim

Ich könnte jetzt über die unendliche Parkplatzsuche schreiben, über die Location oder über die anderen Gäste. Doch ich will mich diesmal ganz auf das Konzert konzentrieren.

Hintergrund ganz vorne

Punkt 8. Auf der Bühne tut sich etwas. Kommt jetzt die Vorband? Nein. Nicht nur.

Die junge Dame Valentine kommt zusammen mit Axel Bosse himself auf die Bühne und beide setzen sich ans Klavier. Er stellt sie vor, macht ihr Mut und kündigt sie an. Und dann verabschiedet er sich wieder.

Ich gehe regelmäßig auf Konzerte, doch diese sympathische und unkonventionelle Art war mir neu. Ein Künstler, der seinen Opening Act auf die Bühne führt und nicht einfach erst erscheint, wenn er an der Reihe ist. Das hat alles ein Stück gemütlich gemacht. Wie ein Wohnzimmerkonzert, nur mit über 1000 Gästen. Dadurch, dass ich Valentine, die übrigens die Backvocals bei Bosse selbst singt,  schon vor dem Konzert auf Youtube gesucht habe, war es nicht mehr ganz so überraschend, dass sie Englisch singt. Meistens erlebe ich bei deutschsprachigen Acts auch deutschsprachige Vorbands. Aber wieso nicht? Das hat der Stimmung nichts abgetan und hat Abwechslung gebracht. Die Songs sind schön, ruhig aber poppig, sympathisch. So, wie der gesamte Auftritt. Unsicherheiten wurden einfach zum Teil der Show, auf eine familiäre Art und Weise.

Nach einem obligatorischen Handygruß an die Mutti sollte nun Bosse kommen.

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Ey wir sitzen im Wartesaal und warten mal.

Zwar ist es ganz normal, dass zwischen Vorband und Hauptact einige Zeit vergeht, was meistens dem Umbau geschuldet ist, doch empfand ich es diesmal als besonders störend. Dadurch, dass „Aki“ schon ganz am Anfang auf der Bühne war, hätte ein direkter Übergang so perfekt sein können. Doch es verging eine halbe Stunde, ehe die Show weiterging. Ich finde es schade, aber vermutlich lässt sich das auch nicht so ohne weiteres Umsetzen.

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Hai

Weniger ist mehr. Ein Hai. Aufgeblasen. Und Luftballons. Auch aufgeblasen. Fertig. Das Bühnenbild war erfrischend, lustig und nicht störend. Mehr braucht man nicht, es ging um das wesentliche: Die Musik.

Und das merkt man, mit jedem Song und in jeder Minute. Axel Bosse und die ganze Band leben die Musik. Sie geben sie nicht nur wieder, sie erzeugen sie. Live auf der Bühne. Einsatz verpasst? Egal! Wer Musik hören will wie auf CD, sollte eben eine CD einlegen.

Fehler wurden sympathisch in die Show eingebaut, die Ansagen waren lustig, kurzweilig und unterhaltsam.

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Keine vier Leben für weiße Sneaker

Etwas, was mich sehr überrascht hat, war die Performance. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe. Vielleicht einen stillstehenden Mann am Mikrofonständer. Vielleicht auch lässig auf einem Barhocker sitzend. Jedenfalls nicht das, was ich erleben durfte.

Wenn er einen Schrittzähler auf der Bühne trägt, dann dürfte er am Ende des Abends mit dem eines Marathonläufers vergleichbar sein. Ruhig sein? Nicht Bosse. Tanzen, Tanzen, Tanzen!

Ob es ein Tanzstil ist will ich bezweifeln, aber er lebt die Songs und scheint keine Kontrolle über seine Füße zu haben. Und das ist gut so. Außer vielleicht für seine neuen weißen Sneaker. Ob sie die Tour überstehen? Ich glaube nicht.

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Eine große Familie

Sehr faszinierend fand ich die Harmonie in der Band. Alle schienen wie eine große Familie, alle hatten Spaß, alle machten zusammen Musik. Ganz besonders der Abschluss des Konzertes zeigte das. Ganz unkonventionell kam nicht etwa der größte Hit oder das eingängigste Lied zum Schluss, sondern eine gemeinsame Jam-Session. Viele Minuten lang, jeder durfte mitmachen. Und als Zuschauer hat es enorm Spaß gemacht.

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Ahoi Ade Ade

Wer den Text des Liedes kennt, weiß, dass er nicht wirklich zum Beenden eines Blogposts passt. Aber wer auf seinem Konzert war weiß, wieso ich ihn gewählt habe.

Falls Bosse, Valentine, die Band oder jemand der Crew hier landen sollte: Danke. Es war eine wundervolle Show und ich würde jederzeit wiederkommen. Es ist leider selten geworden, dass Musik so aus dem Herzen kommt, dass Livekonzerte keine abgespulte Kassette sind. Die Tour hat gerade erst begonnen, doch wünsche ich, dass ihr den Spaß daran nie verliert.

Und danke auch an Jessi und Kathi für den schönen Abend.

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